Identifikation
Der Einsatz von Kameras zur Überwachung und Dokumentation von öffentlichen Vorgängen hat in den letzen Jahren kontinuierlich zugenommen. Der Bedarf nach einer sachgerechten Klärung, ob Bilder eines Täters auch tatsächlich den Tatverdächtigen zeigen, besteht bei der gerichtlichen Aufklärung von Straftaten (z.B. Banküberfälle, Fälschung von Personalpapieren, Betrug) oder Ordnungswidrigkeiten (z.B. Geschwindigkeitsübertretungen).

Durch langjährige bundesweite Gerichtstätigkeit und Mitgliedschaft in der „Arbeitsgruppe für anthropologische Identifikation lebender Personen auf Grund von Bilddokumenten“ (AGIB), die auch die für Erstattung von Identitätsgutachten gelten Qualitätsstandards erarbeitet hat, ist eine qualitativ hochwertige Begutachtung nach den neuesten wissenschaftlichen Kenntnissen sichergestellt.

Die Identifikation lebender Personen nach Bilddokumenten basiert auf dem Grundsatz der Individualität und gründet auf dem Prinzip der Ähnlichkeit.

Beim alltäglichen Erkennen von Personen wird die Ähnlichkeit ganzheitlich und rasch eingeschätzt und beurteilt, wobei es bei der Entscheidung zwischen identisch und nichtidentisch eine Tendenz zur Prägnanz gibt, d.h. zu einer Polarisierung zwischen den beiden Möglichkeiten.

Beim wissenschaftlichen Identitätsgutachten hingegen werden diese drei Kriterien Ganzheitlichkeit, Geschwindigkeit und Prägnanztendenz vermieden. Es werden vielmehr möglichst detaillierte Einzelstrukturen benannt. Die Analyse wird vor allem sorgfältig und nicht unbedingt schnell durchgeführt und es sind Zwischenstufen der Ähnlichkeitseinschätzung möglich.